Bettina Franke

2012

 

Bettina Franke

 

(Alle Rechte liegen bei der Autorin)

 

 

Die Verlegenheit

In der Straßenbahn

 

Da sitzt du nun

 

Rührst im Kaffeegrund

 

Zählst die Muster

 

Der Plastikdecke ab

 

Mit dem Zeigefinger

 

Der fällt schlapp

 

Herunter

 

In den Schoß

 

Dein -so-

 

Dem wie immer

 

Nichts folgt

 

Stolpert über den Tisch

 

Zu mir mit dem Lappen

 

Drüber ich wisch

 

Das stille Lachen

 

 

Ich bin eine Alte

 

Und meine Falte

 

Lacht dich aus

 

Du junge Braut

 

Was willst du wissen?

 

Im Weiß der Unschuld

 

Sind alle Frauen hell.

 

Doch bald verschlissen

 

Wirst du selbst sitzen

 

Mit schlohweißem grell

 

Glitzerndem Haar

 

Und vor dir

 

So ein junges Ding

 

Deine Falte lacht sie aus

 

Die junge Braut

 

 

Fanatismo

Den missverstandenen Lieben

 

Ein streckend Arm

 

Erschreckend

 

Paralleler Gruß

 

Aufweckend

 

Hacken zackend

 

Marschieren wieder

 

Die Lieder

 

Auf gespaltner Zung

 

Ich summ

 

Mit

 

Erschrecken

 

Da fielen Sterne herunter

 

Und du nanntest mich

 

Nachtigall

 

Du hieltest alle Wunder

 

Für wahrscheinlich

 

Es schall

 

Weit über das Tal

 

Ich liebe dich

 

Rein zufällig

 

Spielte der Wind

 

Dies Knüllpapier

 

Mir

 

Vor die Füße

 

 

Brüderchen

Industriegeflüster

(oder die Wahrheit über Kurzschlüsse)

 

Wieder dieses Windweh

 

Mir die Lider näßt

 

Ich geh

 

Trauernd in der

 

Stadt umher

 

 

Deine Spuren

 

Erinnerst du dich?

 

Dies Cafe

 

Am Brunnen

 

 

Verwunschen

 

Mein Rehlein

 

Kehrt nimmer zurück

 

 

Ein Kabel sprach zum andern

 

Lass uns weit weg wandern

 

Und Kabelspiele ausprobiern

 

Brauchst dich nicht ziern

 

Wir winden uns nicht zu lose

 

Und entjungfern eine Steckdose

 

Vor Freude sprüht sie Funken

 

Dann stehen wir im Dunkeln